Besuch der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg

Die Gedenkstätte des im Mai 1938 errichteten Konzentrationslagers Flossenbürg war am 30.10.2015 zusammen mit den Lehrkräften Frau Mühlbauer, Frau Blab, Frau Hannes, Frau Lausser und Herrn Zelzer das Ziel der zehnten Klassen der Staatlichen Realschule Furth im Wald. Das Arbeitslager am Rande des nördlichen Oberpfälzer Waldes belieferte das gesamte damalige Deutsche Reich mit Granit aus dem örtlichen Steinbruch. Etwa 100.000 Menschen aus 47 Nationen arbeiteten bis März 1945 als Häftlinge unter grausamsten Bedingungen im Konzentrationslager Flossenbürg oder in einem seiner Außenlager. Darunter befanden sich 84.000 Männer, 16.000 Frauen und sogar Kinder.

Der historische Ort empfing die Schüler aus Furth mit neblig-kühlem Herbstwetter. Mehrere Gruppenleiter zeigten zu Beginn der Führung Bilder über den Aufbau des bis heute noch teilweise gut erhaltenen Lagers. Dadurch konnten sich die Besucher einen Überblick über das weitläufige Areal verschaffen. Vor allem die aus Granitstein gebaute Kommandantur zog gleich zu Beginn die Blicke der jungen Besucher auf sich. Im Dokumentationszentrum erfuhren die Schüler vieles über den grausamen Lageralltag und das KZ-System der Nationalsozialisten. Anschließend erfolgte ein Rundgang über das Gelände. Die erste Station war der Appellplatz des Lagers. Hier mussten die Häftlinge ihren Arbeitstag beginnen. Die Schüler erschraken, als sie erfuhren, dass die Insassen an diesem Ort teilweise bis zu 36 Stunden still stehen mussten. Eine kleine Regung konnte bereits harte Strafen der sadistischen Wärter nach sich ziehen. Um den Appellplatz befinden sich noch heute weitere Gebäude aus dieser Zeit. Die Schüler erhielten so auch Einblick in die sogenannte Wäscherei. Dort wurden jedem Inhaftierten alle Haare abrasiert und die Häftlingskleidung ausgeteilt. Keiner der Insassen durfte mit seinem Namen angeredet werden. Vielmehr diente nur noch eine Nummer zur Identifizierung. Die Menschen verloren auf diese Weise ihre Identität.

Auf dem Weg durch die Außenanlagen kamen die Schüler auch durch einen Ehrenfriedhof, der für die Angehörigen der Opfer angelegt wurde, um ihnen einen Ort der Trauer zu geben. Der Weg führte dann in das „Tal des Todes“. Besonders erschütterte die Schüler das Krematorium, wo die SS die Toten verbrennen ließ. Eine Aschepyramide, die die Massenverbrennungen symbolisieren soll, steht in der Mitte dieses Bereichs. Die Überlebenden des Lagers errichteten nach dem Krieg neben dem Tal eine kleine Kirche, um die schrecklichen Erlebnisse besser verarbeiteten zu können.

Ihren Abschluss fand die Führung in den Ausstellungsräumen der Gedenkstätte. Hier hatten die Schüler noch die Möglichkeit, Bilder, Gegenstände und kurze Filmdokumentationen zu sehen, die die unmenschlichen Arbeitsbedingungen sowie die katastrophalen Lebensumstände der Häftlinge noch einmal sehr drastisch verdeutlichten. Am Ende der Exkursion waren alle Teilnehmer von den Schilderungen der menschenverachtenden Behandlung der Inhaftierten im Konzentrationslager Flossenbürg sehr betroffen. Die Gruppe verließ die Gedenkstätte mit der festen Überzeugung, dass es ein Regime wie die NS-Diktatur nie wieder in Deutschland geben darf.

Flossenbürg 2015

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