Der Hausmeister - Sigi geht ...

 
Ab­schied von ei­nem Haus­meis­ter der Her­zen
Re­al­schul­fa­mi­lie wür­digt Sieg­fried Nach­rei­ner mit lie­ben Wor­ten, aber auch Ge­schen­ken

In einem feierlichen Rahmen wurde gestern Siegfried Nachreiner nach einem sehr erfüllten Arbeitsleben von der Schulfamilie der Realschule in den Ruhestand verabschiedet. Am 1. September 1987 hatte er das Amt des Hausmeisters übernommen; zum 1. August 2017 geht er in den Ruhestand. Mit bewegter Stimme nahm er am Dienstag Abschied. Es fiel ihm aber nicht schwer, sich bei allen für die gute Zusammenarbeit und jegliche Unterstützung zu bedanken.

Danke sagte er auch den Ehrengästen für die Grußworte sowie für die Gestaltung des Rahmenprogramms. Seine Wegbegleiter waren die Rektoren und Konrektoren Hans-Jürgen Bernhardt, Rudolf Wissmann, Andreas Gruber, Andreas Hoffmann, Siegi Ehrenböck und Hans Altmann. Er erinnerte dabei auch an die Investitionen an der Schule, die er in seiner 30-jährigen Hausmeistertätigkeit mit diesen verantwortlichen Herren zu meistern hatte.Bericht Chamer

Die Begrüßung der Ehrengäste und Schulfamilie blieb Schulleiter Andreas Hoffmann vorbehalten. Er meinte, der Hausmeister sei die wichtigste Person an einer Schule. Ohne ihn sei die Schule nichts und jeder müsse ihm mit Ehrfurcht begegnen. „Du kannst es dir mit den Schülern verderben, den Eltern, den Kollegen und sogar mit dem Direktor. Doch wage es nicht, die Gunst des Hausmeisters zu verspielen“, meinte der Schulleiter scherzhaft. Er sprach von einer „unbestrittenen Leistung für die Schulfamilie“, die Nachreiner in den drei Jahrzehnten erbracht habe. Dass er bei den Schülern sehr beliebt war, sei nicht nur seinem Ferrari zu verdanken.

Hoffmann erinnerte an Nachreiners Ausbildung zum Spengler und an seine Glasarbeiterzeit. Als Übungsleiter für den bayerischen Handballverband habe dieser oft hart durchgreifen müssen. Das Vertrauen der Schülerinnen und Schüler, Eltern und Schulleitungen habe er sich hart erarbeitet. Jahr für Jahr habe sich Siegi Nachreiner den Herausforderungen und den immer komplexer werdenden Tätigkeiten, die er perfekt gemeistert habe, gestellt. Gerade bei Umbaumaßnahmen und speziell bei der Generalsanierung sei die Organisation der Baustelle mit erheblichem Aufwand verbunden. Er sei von Schulleitung, Lehrkräften, Eltern sowie den Schülern außerordentlich geschätzt worden, betonte Hoffmann. Nach einem erfüllten und erfolgreichen Arbeitsleben könne er nun in den wohlverdienten Ruhestand eintreten. Für den übergroßen Einsatz und sein hohes Engagement bedankte sich der Schulleiter und wünschte ihm Freude mit der neu gewonnenen Freiheit. Als Geschenk übergab er Siegi Nachreiner im Namen der Schulleitung einen schicken Bademantel (Modell „Lichtenstein“) mit diversen Geldscheinen in den Taschen.

Max Kulzer würdigte als Vertreter des Landkreises ebenfalls die Leistungen von Siegi Nachreiner, den er auch als „Urgestein der Hausmeister“ bezeichnete. Er sei ein Vorbild für alle Kollegen und für seinen Nachfolger Andreas Beck. Er sei auch einer der Letzten gewesen, die auf dem Schulhof wohnten, verbunden mit all den Nachteilen. Der Schule bleibe er noch ein bisschen erhalten, und zwar ein paar Stunden in der Woche. Als Geschenk versprach Kulzer ihm eine Tour, bei der er den Bau des Sportfahrzeuges „Roding“ von Anfang bis zum Ende begleiten dürfe. Personalrat Ralph Felgenträger bedankte sich im Namen aller Kollegen bei Nachreiner für jegliche Hilfe und wünschte ihm alles Gute. Eine Pinnwand war das Geschenk an den scheidenden Hausmeister, um einer eventuellen Vergesslichkeit vorzubeugen.

„Des mocht bei uns der Siege ... Host du den Siege gsehn ... Do muasst an Siege frogn ...“ - Mit diesen Worten brachte Andreas Roder, Vorsitzender des Freundes- und Förderkreises, zum Ausdruck, welch Dreh- und Angelpunkt der scheidende Hausmeister in der Schulfamilie war. Es sei heute nicht die Verabschiedung eines üblichen Hausmeisters, sondern eines Hausmeisters der Herzen. Der Förderverein habe Siegi Nachreiner viel zu verdanken, denn egal um was es ging, er sei immer zur Unterstützung bereit gewesen. Als Dank für die vielen Jahre der Zusammenarbeit wünschte ihm Andreas Roder auch im Namen der Betreuerinnen der OGS alles Gute und überreichte ihm einen Kanister mit entsprechendem Sprit für seinen Ferrari. Auch Markus Schwägerl, der stellvertretende Vorsitzende des Elternbeirats, dankte für die Unterstützung. Nach den Abschiedsworten wurden die Gäste zu einem gemeinsamen Essen ins Gasthaus „Zum Steinbruchsee“ eingeladen.

Bericht von Josef Rank, Chamer Zeitung v. 19.07.2017

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