Abschlussfahrt im Wattenmeer

Schiff ahoi!

,,Segeln im niederländischen Wattenmeer? Selber Segel hissen, kochen und Deck schrubben? Und das vielleicht bei windig-kühlem Herbstwetter?“ Die Idee, die Abschlussfahrt segelnd im niederländischen Ijsselmeer und im Wattenmeer zu verbringen, stieß bei den meisten Schülern der Klasse 10 d KM nicht auf Ablehnung, sondern auf große Begeisterung. Und wie sich herausstellen sollte, wurde es eine tolle Fahrt.

Hier der Bericht der Schülerinnen Ramona Baumann, Milena Pfeffer und Miriam Leitermann:

Abfahrt war am 18.09.2016 um 6:00 Uhr morgens an der Staatlichen Realschule Furth im Wald. Schon während der Busfahrt war die Stimmung ausgelassen und es wurde viel gesungen, vor allem „Cheri Cheri Lady“ und „Lotusblume“. Dabei vergingen die 11 Stunden Fahrt wie im Flug. In Fahrt 10d 1.jpgder Hafenstadt Enkhuizen angekommen tauschten wir 29 Bayerwäldler samt unseren Lehrkräften Birgit Attenberger und   Erwin Lamecker unser Dach über dem Kopf mit dem 42 Meter langen Segelschiff „Dageraad“. Zunächst noch etwas skeptisch begutachteten wir unser neues Zuhause und vor allem unsere Schlafräume, die Kajüten, die sich unter Deck befanden. Trotz der kleinen Ausmaße, gaben sich aber schnell alle mit ihren engen Zimmern zufrieden. Gegen 19:00 Uhr begrüßten uns unser Skipper Alex, seine Frau Jessica und ihre Matrosin Esther. Sie gaben uns die Schiffsregeln und die Aufgaben für die kommenden Tage bekannt, schließlich mussten fast alle Tätigkeiten der nächsten Tage wie Segel hissen, einkaufen, kochen … von uns selbst erledigt werden.

Am Montagmorgen nach dem von zu Hause mitgebrachten Frühstück besorgten wir im nächsten Supermarkt die Lebensmittel für die nächsten Mahlzeiten. Als alle wieder an Bord waren, hieß es auch schon „Segel setzen“ und „Leinen los“. Auf der Fahrt in die nächste Hafenstadt Stavoren nutzten einige Schülerinnen und Schüler sowie Herr Lamecker das schöne Wetter aus und sprangen in das 20 Grad warme Wasser des Ijsselmeers. Diesen aufregenden zweiten Tag ließen wir mit selbstgemachten „Spaghetti Bolognese“ und einem Spieleabend ausklingen. Am nächsten Morgen hieß es um 8:00 Uhr aufstehen und das Frühstück machen: Kaffee, Tee, Eier und Milch Fahrt 10d 2kochen, Brote schneiden, Tisch decken usw. Nach dem Essen pünktlich um 10:00 Uhr wurden erneut die Segel gesetzt und es ging ab in Richtung Wattenmeer. Nach einer ca. 4 stündigen Fahrt ließ uns Skipper Alex bei beginnender Ebbe an einer Sandbank auf „Grund laufen“, was im Fachjargon „Land fallen“ heißt. Als das Wasser fast vollständig zurückgegangen war, sprangen wir von Bord und wateten durch das nur mehr kniehohe Wasser. Die Wattwanderung endete mit einer allgemeinen Schlamm – und Algenschlacht. Als alle wieder an Bord und frisch geduscht waren, gab es Gulasch mit Salat. Nach einer etwas kurzen Nacht auf See hieß es am Mittwochvormittag diesmal „Anker lichten“ und alle vier Segel setzen (Klüver, Fock, Großsegel, Besan). Mit mehr als 7 Knoten ging es so weiter nach Medemblik, wo einige Schülerinnen und Schüler Souvenirs für ihre Familienmitglieder einkauften. Selbst original holländische Holzschuhe fanden neue Besitzer. Beim gemütlichen Beisammensein am Abend auf den Sitzbänken des Oberdecks, spielten Maria und Theresa mit ihren Gitarren gängige Melodien, zu denen der Rest der Klasse stimmgewaltig den dazu Fahrt 10d 3gehörigen Text sang. Am Donnerstagmorgen brachen wir nach einem wiederum ausgiebigen Frühstück auf und segelten unserem Zielhafen Lemmer entgegen. Dort angekommen erkundeten wir diese wunderbare Stadt mit ihren vielen alten Häusern und Kanälen. Auch dem schönen Sandstrand wurde ein Besuch abgestattet. Den letzten Abend verbrachten wir alle miteinander im Aufenthaltsraum mit Gemeinschaftsspielen, bei denen wir richtig Spaß hatten. Am Freitagmorgen musste das Schiff besenrein aufgeräumt und das Deck geschrubbt werden. Um 9:00 Uhr machten wir uns schweren Herzens mit dem Bierlbus auf den Heimweg.

Fazit: Die zusammen auf hoher See verbrachte Zeit war ein einmaliges und sicherlich unvergessliches Gemeinschaftserlebnis. Der Zusammenhalt und das Vertrauen innerhalb der Klasse wurden dadurch enorm gestärkt. Zudem wird die Reise allen Beteiligten wohl die nötige Kraft geben, die Schwierigkeiten des letzten Schuljahres geschickt „umsegeln“ zu können.

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