Konrektor Ehrnböck verabschiedet

Text und Bilder: Johann Gruber, Chamer Zeitung v. 26.07.2017

Rüh­ren­der Ab­schied vom Lie­blings­leh­rer vie­ler
Gro­ße Fei­er für Kon­rek­tor Sieg­fried Ehrn­böck - Nach 38 Jah­ren an Re­al­schu­le in Pen­si­on
 
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Am 17. September 1979 begann der Dienst von Siegfried Ehrnböck an der Staatlichen Realschule Furth im Wald. Nach 38-jähriger Zugehörigkeit zum Lehrerkollegium, davon die letzten 16 Jahre als Konrektor, verbinden ihn unzählige Erlebnisse mit der Geschichte der letzten vier Jahrzehnte dieser Realschule, sagte am Dienstag Schulleiter Andreas Hoffmann zu Beginn seiner Laudatio. Zigtausende Schülerinnen und Schüler habe Ehrnböck in den Fächern Mathematik, Erdkunde und Informationstechnologie unterrichtet. Und nicht nur das: Er war „der“ Lieblingslehrer sehr vieler Realschüler. Diese Ära ging nun zu Ende.

 

Hoffmann rief kurz in Erinnerung, dass Ehrnböck seit 1986 Systembetreuer war. Zudem hatte er weitere Aufgaben inne: Fachbetreuer Mathematik, Referent bei Sinus-Fortbildung, Verbindungslehrer von 1982 bis 1999, Beratungslehrer, Fachmitarbeiter für Schülermitverwaltung von 1995 bis 2002. Im September 2001 wurde ihm die Funktion des Realschulkonrektors übertragen, mit vielen Aufgaben, die einen reibungslosen Schulablauf erst ermöglichen. Zum Eintritt in den Ruhestand könne Ehrnböck auf ein erfülltes Berufsleben zurückblicken, so der Schulleiter und zitierte dessen eigenes Resümee dazu: „Die Arbeit war hart, hat mir aber immer Spaß gemacht.“

Viele Akzente gesetzt

Unterlegt mit einer Bilder-Collage zählte Hoffmann die Eigenschaften auf, die eine Schulleiterpersönlichkeit haben sollte und die der scheidende Konrektor weitgehend besitzt. Ehrnböck gehöre wie er, Hoffmann, zu den Realisten und habe an der Further Realschule viele bleibende Akzente gesetzt, lobte der Direktor die Tatkraft seines Stellvertreters. Dazu gehörten der Aufbau des Fachs Informationstechnologie. Von Anfang an habe er auch im Bereich der computergestützten Schulverwaltung großartige Pionierarbeit geleistet. Der künftige Computer-Museum-Raum werde untrennbar mit dem Namen Ehrnböck verbunden bleiben. Zum 1. August 2017 tritt Ehrnböck in den wohlverdienten Ruhestand. Hoffmann: „Dies gönnen wir ihm von Herzen, sind aber auch traurig, dass uns dieser wunderbare Mensch, der die Realschule Furth im Wald würdigst vertreten hat, nun nicht mehr mit seinem Wissen, Können und seiner Erfahrung dienstlich und menschlich zur Seite stehen wird.“ Als Mitglied der Schulfamilie sei er natürlich auch weiterhin gerngesehen. Als Abschiedsgeschenk überreichte er ihm einen Stadtturm aus Porzellan und einen kleinen Behälter mit Rasen, Loch, Golfball und Fähnchen, die ihm auf Reisen mit dem Wohnmobil stets auch eine heimatliche Perspektive bieten sollten.

Bürgermeister und stellvertretender Landrat Sandro Bauer stellte als Gemeinsamkeit fest, dass sie beide an der TU München studiert hatten und er auch überlegt habe, in den Schuldienst zu treten. „In 38 Jahren hast du der Schule ein Gesicht gegeben und deren Atmosphäre weitgehend mit geprägt.“ Gemeinsam habe man die fortgeschrittene Sanierung bewältigt. Er dankte für die gute Zusammenarbeit und sprach auch die Zusammenarbeit in der Kommunalpolitik an. Obwohl sie verschiedenen Parteien angehören, seien sie beide sich oft eher einig, als mit ihren Parteikollegen. Bauer überreichte Ehrnböck ebenfalls ein Abschiedsgeschenk.

Dann tauchten zwei Putzfrauen (Birgit Attenberger und Elisabeth Groß) mit ihren Besen auf. Sie fanden Siegfried Ehrnböck als eigentlich zu jung für den Ruhestand, obwohl in Kürze schon die Urenkel seiner ersten Schüler kommen werden. Sie meinten, dass er ja jetzt den freiwerdenden Hausmeister-Job von Siegfried Nachreiner übernehmen könnte. Das dürfte sich für ihn auch finanziell lohnen, wenn man berücksichtige, dass der Hausmeister Siegi einen Ferrari, der Lehrer-Siegi nur einen kleinen Renault fahre. In der frei werdenden Zeit könne er nun etwas gegen das Further Wirtshaussterben tun und sich dazu morgens in der „Lacke“, mittags im Sportheim und abends beim „Stangerl“ einfinden. Wenn er in Furth alle Parteien durch habe, könne er auch eine eigene Partei, die RdFW, gründen. Das heißt „Retter der Further Wirtshäuser“. Die beiden Putzdamen strapazierten die Lachmuskeln noch mit weiteren Bonmots.

„Fantastisches Kollegium“

Der ebenfalls scheidende Elternbeiratsvorsitzende Josef Schreiner und der Vorsitzende des Vereins der Freunde und Förderer der Further Realschule, Andreas Roder, bedankten sich auch für die langen Jahre erfolgreicher Zusammenarbeit mit einem Präsent. Für das Lehrerkollegium dankte Ralph Felgenträger dem langjährigen Konrektor für die kollegiale und freundschaftliche Zusammenarbeit. Zusammen mit Stefan Tscherney ließ er mit einer Bilderprojektion das Leben von Siegfried Ehrnböck vom Baby bis heute Revue passieren. Anschließend erntete das umgedichtete Lied „Was kann der Siegi nur dafür, dass er so schön ist?“, gesungen von den Musiklehrern Stefan Tscherney und Thomas A. Gruber, großen Beifall. Abschließend dankte Ehrnböck allen für die beeindruckende Abschiedsfeier. Er sei stolz darauf, unter allen fünf Further Realschulleitern gearbeitet zu haben. Zu manchen Zeiten sei mehr die Schule sein Zuhause gewesen. Er danke deshalb besonders seiner Familie für das Verständnis und die Unterstützung. „Ich bin stolz, dass ich Teil eines fantastischen Kollegiums sein durfte. In der Gewissheit um euren Einsatz ist mir um unsere von Tradition und Innovation geprägten Schule nicht bange“, verabschiedete sich Konrektor Ehrnböck und lud alle zu einem Buffet ein.

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