EU-Projekttag an der
Staatlichen Realschule Furth im Wald

Am 7. Mai 2026 besuchte der Chamer Landtagsabgeordnete Dr. Gerhard Hopp die Staatliche Realschule Furth im Wald, um mit Schülerinnen und Schülern über das Thema Europa ins Gespräch zu kommen.
Zu Beginn stellte sich Herr Dr. Hopp vor und schilderte eine persönliche Kindheitserfahrung an der damaligen innerdeutschen Grenze, die sein Engagement für Europa maßgeblich geprägt hat. Als Achtjähriger geriet er versehentlich über den Eisernen Vorhang und wurde von tschechoslowakischen Soldaten über die Grenze zurückbegleitet – ein Erlebnis, das ihm das Gefühl vermittelte, dass „plötzlich die Welt zu Ende“ sei. Ebenso eindrücklich blieb ihm die Zeit der Grenzöffnung 1989/90 und der erste Besuch im benachbarten Domažlice in Erinnerung. Anhand dieser Beispiele machte er deutlich, wie sehr sich die Region – vom Randgebiet zur Mitte Europas – verändert hat und betonte: Freiheit und offene Grenzen seien ein zentraler Wert und ein großer Gewinn für den Landkreis Cham.
Im Anschluss erläuterte Dr. Hopp seine Arbeit als Mitglied des Bayerischen Landtags und des Europaausschusses. Viele Entscheidungen, die die Menschen vor Ort direkt betreffen, würden heute auf europäischer Ebene getroffen, etwa Förderprogramme für Grenzregionen oder Projekte der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in einer unsicheren Welt. Der Landkreis Cham profitiere stark von den offenen Grenzen und den Möglichkeiten eines geeinten Europas, betonte der Abgeordnete. Zugleich erinnerte er daran, dass die Europäische Union ein Friedensprojekt sei, in dem Konflikte nicht mehr zwischen Nationalstaaten ausgetragen, sondern gemeinsam am Verhandlungstisch gelöst werden. Europa zu erhalten und weiterzuentwickeln sei daher eine gemeinsame Aufgabe.
Im Anschluss folgte eine lebendige Fragerunde, in der die Schülerinnen und Schüler aktuelle politische Themen rund um Grenzkontrollen, Sicherheit, Wehrpflicht, internationale Bündnisse und Energieversorgung ansprachen.
Dabei konnten sie eigene Fragen einbringen und politische Entscheidungsprozesse näher kennenlernen.
Der Besuch von Dr. Gerhard Hopp zeigte so, wie eng die Lebenswirklichkeit der Schülerinnen und Schüler mit europäischer Politik verknüpft ist. Dabei machte er immer wieder deutlich, dass das heutige freie und friedliche Europa keine Selbstverständlichkeit ist.
Text: Franz-Christian Zelzer



