Projekttag zur EU-Digitalpolitik an unserer Schule

Am 22. April 2026 fand für die 10. Klassen ein informativer Projekttag zum Thema Europäische Union statt. Die Veranstaltung wurde von Herrn David Jung von der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildung geleitet und begann um 8 Uhr mit einer Vorstellungsrunde.
Thema und Methode
Unter dem Titel „What the Fake?! Digitalpolitik in der EU“ erlebten die Schülerinnen und Schüler ein interaktives Planspiel. Dabei handelte es sich um eine Simulation des politischen Alltags, bei der die Jugendlichen in die Rollen verschiedener Regierungschefs und Regierungen schlüpften und deren politische Positionen vertraten.
Vorbereitende Aktivitäten
Zur Einführung bearbeiteten die Klassen verschiedene Aufgaben in Gruppenarbeit. Sie ordneten wichtige Meilensteine der europäischen Geschichte chronologisch zu, wobei jeweils ein Bild, ein Ereignis und eine Jahreszahl kombiniert werden mussten –beispielsweise die Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl im Jahr 1951. Anschließend spielten die Gruppen ein EU-Bingo zur spielerischen Wissensvermittlung.
Das digitale Planspiel
Im Zentrum stand die EU-Digitalpolitik mit kontroversen Fragestellungen zum Umgang mit schädlichen und rechtswidrigen Inhalten wie Hate Speech und Fake News. Nach der Vorstellung der digitalen Plattform erhielten die Schülerinnen und Schüler iPads zur Durchführung des Planspiels. Sie übernahmen die Rollen von zehn EU-Mitgliedsstaaten – Deutschland, Österreich, Finnland, Frankreich, Italien, Ungarn, Kroatien, Portugal, Estland und Slowakei – und simulierten Verhandlungen im fiktiven Ministerrat.
Verhandlungen und Abstimmungen
Jede Länderdelegation eröffnete die offizielle Ratssitzung mit einem zuvor erarbeiteten Statement zu den nationalen Interessen. Ziel war es, das Beste für das eigene Land zu erzielen und gleichzeitig einen tragfähigen Kompromiss zu finden. In einer außerordentlich regen Diskussion traten die unterschiedlichen Positionen und Meinungen der Länder offen zutage. Eine erste Abstimmung wurde mehrheitlich abgelehnt, sodass eine neue Version des Gesetzesentwurfs ausgearbeitet werden musste. Die ablehnenden Staaten brachten Verbesserungsvorschläge ein, woraufhin über 60 Minuten intensiv um einen Kompromiss zwischen den Länderdelegationen gerungen wurde. Nach langer Diskussion und der Darstellung zahlreicher Argumente kam es schließlich zu einem abschließenden Gesetzesentwurf, der mit Mehrheitsbeschluss und nur einer Gegenstimme angenommen wurde.
Auswertung und Fazit
In der abschließenden Reflexionsphase besprachen die Schülerinnen und Schüler ihre Erfahrungen und tauschten ihre Meinungen zum Planspiel aus. Dabei wurde insbesondere die Schwierigkeit der Kompromissfindung bei so vielen unterschiedlichen Meinungen thematisiert. Die Komplexität der Entscheidungsprozesse in der Europäischen Union mit ihren 27 Mitgliedstaaten wurde für die Jugendlichen nachvollziehbar und hautnah erlebbar.
Text: Franz-Christian Zelzer



